Geschichten aus der Welt
Hier findet ihr einige Geschichten aus Estarel, den Regionen und Legenden des Kontinentes
Flusstal
Flusstal
Am Ufer des eisigen Beranor bettet sich im Schatten der Altvater-Spitze das Städtchen Flusstal.
Unzählige Stein- und Holzbrücken muss der fremde Wanderer überqueren, um die Gassen Flusstals zu erkunden.
Felder des schmackhaften Silberreises schmiegen sich an die Grenzen der Stadt. Der süße Reis gedeiht nur hier, und wenn man die Flusstaler danach fragt, wird jeder behaupten, sein Reispudding sei der beste in der ganzen Stadt.
Ihr solltet ihn auf jeden Fall einmal versuchen.
Wer es etwas rustikaler mag, dem empfehle ich die Silberschuppenforelle.
Im Nordosten erstrecken sich die dichten, ungezähmten Nebelwälder.
Man sagt, der sagenhafte Listrador lebe in diesen Wäldern. Mancher Wanderer berichtete mir, er habe sein schneeweißes Eiszapfengeweih gesehen.
Wenn ihr mich fragt, hat er wohl etwas zu tief in den Brandwein geschaut.
Aber eines ist gewiss: Die Nebelwälder verschleiern ihre Geheimnisse gut.
Der wunderbare Immergrünforst füllt seit Dekaden die Holzöfen der Stadt. Er lädt mit seinen breiten Wegen sowie trostspendenden Eichen und Tannen zum Verweilen ein.
Die Kinder lieben es, dort ihre Waldhütten aufzuschlagen. Und die alten Tannen, so sagt man, haben stets ein wachsames Auge auf sie.
Dunkeltal
Dunkeltal – Wo die Welt ihre eigenen Regeln vergisst
Meine Stiefel scheinen sich ihrer Schritte nicht sicher zu sein, als ich Ebbendingen hinter mir lasse.
Das schale Bier der Hafenstadt, das Geschrei der Händler und die Geschichten der Seeleute verblassen mit jedem Schritt.
Vor mir erheben sich die Düsterwälder.
Die dunklen Tannen stehen dicht beieinander wie die Sperrspitzen einer gewaltigen Armee. Schon bald verschluckt mich ihr Schatten.
Oder zumindest glaube ich, dass es Schatten sind.
Denn der Düsterwald scheint sich wenig um die Gesetzmäßigkeiten Estarels zu kümmern.
Manchmal zeigen Schatten in die falsche Richtung.
Bäche fließen bergauf.
An manchen Orten schweben Steine wenige Fingerbreit über dem Boden. Wie Treibholz auf der Zitadellenbucht treiben sie ziellos umher.
Und wer genau hinhört, glaubt gelegentlich Stimmen zwischen den Bäumen zu vernehmen.
In den Wäldern leben wundersame Geschöpfe.
Geflügelte Dreischwanzfüchse huschen zwischen den Ästen umher. Man sagt, sie wandern zwischen den Welten und blicken den Menschen in ihre Seelen.
Mondmäuse mit silbernen Schnurrhaaren verstecken sich im Moos und scheue Nebelhirsche verschmelzen mit der Morgendämmerung.
Mitten in dieser Wildnis liegt Waldwinkel.
Eine kleine Enklave am Rand der Zitadellenbucht.
Die Bewohner heißen jeden mutigen Wanderer herzlich willkommen. Die Pilzpfannen aus Waldwinkel sind unvergleichlich! Manchmal stellt sich nach dem Genuss ein angenehmer Rausch ein, der einem besonder Träume verschafft.
Bei aller Gastfreundschaft ist die Warnung der Dorfbewohner klar:
"Bleib stets auf dem Weg und der Wald wird dich in Ruhe lassen."
"Verlässt du ihn jedoch..."
"Dann wird der Wald dich auf die Probe stellen."
Ob das eine Warnung ist ...
oder eine Einladung ...
muss wohl jeder Abenteurer selbst herausfinden.
Zwerge aus Granit-Bruch
Granit-Bruch – Das Herz der Zwerge ⛰️⚒️
Der Abstieg ist kurz. Die Zinnen der Festung Klingenhügel sind noch nicht aus meinem Blick verschwunden, da öffnet sich der Berg.
Nur wenige kennen die verborgene Pforte nach Granit-Bruch, der Stadt der Zwerge.
Einst lebten die Zwerge Estarels in mächtigen Bergfesten und hoch gelegenen Siedlungen. Doch als das große Übel von Zorka erwachte, zogen sie sich tief in das schützende Gestein zurück.
Viele Jahrhunderte verbrachten sie damit, Granit-Bruch aus dem Fels zu schlagen.
Heute ist die Stadt ein Anblick, der in ganz Estarel seinesgleichen sucht.
Steinbauten ragen so hoch empor wie die Türme der Zitadelle. Endlose Säulen stehen Spalier, geschmückt mit Ornamenten und Intarsien, so kunstvoll in den Fels gearbeitet, als hätte der Berg selbst nur darauf gewartet, von Zwergenhand vollendet zu werden.
Überall herrscht geschäftiges Treiben. Edelsteine, kostbare Metalle und das seltene Mithril werden hier gefördert.
Mit rußgeschwärzten Bärten arbeiten die Zwerge der Drachenfeuer-Schmiede unermüdlich.
Nur auf persönliche Empfehlung Armelio Drachentöter, dem Bezwinger Echtolons, ist es Fremden gestattet, dort Waffen oder Rüstungen zu erwerben.
Man sagt, das Feuer der Schmiede sei seit ihrer Gründung niemals erloschen.
Ich genieße noch einen Moment die angenehme Kühle des Berges und den würzigen Zwergenkäse, der aus der Milch der Höhlenziege gewonnen wird.
Eine Delikatesse.
Über seine Qualität streiten sich die Erntetaler und die Zwerge seit Generationen.
Mehr wird kommen...
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